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Sockelarbeitslosigkeit

Als Sockelarbeitslosigkeit, oder auch etwas abfälliger, als Bodensatzarbeitslosigkeit wird eine Form der Arbeitslosigkeit bezeichnet, die es nach der Ansicht führender Wirtschaftswissenschaftler immer geben wird, egal wie die Konjunktur der betreffenden Region auch im Moment beschaffen sei. Die Sockelarbeitslosigkeit bleibt erhalten, und wird noch in die Untergruppen der strukturellen und der friktionalen Arbeitslosigkeit mit eingeteilt. Allerdings ist diese Einteilung nicht starr sondern durchdringbar. So kann ohne weiteres ein Arbeitssuchender, der über einen langen Zeitraum der strukturellen Arbeitslosigkeit angehört hat, wenn er dann eine Arbeit findet, zur fraktionellen Arbeitslosigkeit wechseln. Natürlich ist das kein wirkliches wechseln der Gruppen, sondern nur ein weiterer Eintrag in einer anderen Gruppe. Dies ist nötig, um bei der Erforschung der Arbeitslosigkeit Personengruppen einteilen und einzelne Voraussetzungen besser zuordnen und auswerten zu können.

Zur Sockelarbeitslosigkeit gehören demnach zu aller erst einmal alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, die arbeitslos gemeldet sind und dem Arbeitsmarkt auch wirklich zur Verfügung stehen. Die Gründe für die Sockelarbeitslosigkeit sind oft vielschichtig und können sowohl aus äußeren, wie auch aus inneren Gründen bestehen.

Äußere Gründe wären das Alter des Arbeitssuchenden und sein Gesundheitszustand. Denn welcher Betrieb stellt jemanden ein der über 40 ist und andauernd Probleme mit der Wirbelsäule hat?

Innere Gründe, die zur Sockelarbeitslosigkeit gehören sind Arbeitsunwilligkeit, mangelnde berufliche Ausbildung, schlechte Umgangsformen mit Kunden und Unfreundlichkeit.

Was ich immer faszinierend finde, ist dass die Sockelarbeitslosigkeit immer erhalten bleibt, trotz der starken Schwankungen am Arbeitsmarkt. Abhängig von den Schwankungen der Konjunktur wird die Gruppe der Sockelarbeitslosigkeit größer und kleiner, aber verschwindet eben niemals ganz.

Die Bezeichnung als Bodensatzarbeitslosigkeit halte ich für nicht hinnehmbar. Zu dieser Gruppe gehören auch viele Alte, Kranke und Behinderte. Diese als Bodensatz zu bezeichnen halte ich schon für sehr gewagt. Aber nichts desto Trotz, die Bezeichnung dient auch keineswegs dazu,einen dieser Menschen zu beleidigen oder ihn herab zu würdigen. Interessant wird auch die zukünftige Entwicklung der Sockelarbeitslosigkeit in Abhängigkeit der immer schneller schwankenden Konjunktur.

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